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Blogparade Superhelden Geschichten, Storytelling, Stärke in der Krise, positive Geschichten

Warum ich ein*e Superheld*in bin: Helden-Storys [Blogparade]

8 Monate Corona. Gut 1,5 Monate keine Kita. 1 Monat keinerlei freie Zeit, weil ich in dieser Zeit Juniors einzige betreuende Person war. Zwei große Aufträge verloren. Drei kleine und ein großer Nervenzusammenbruch. Und doch: Ich bin noch da. Junior auch. Auch jetzt, wo die Zahlen wieder so sind, dass ich Angst bekomme. Jetzt ist der erste Fall auch in Juniors Klasse bestätigt. Nur ein Elternteil, Zweitkontakt also nur, offenbar kein Grund, um etwas an der Situation zu ändern. Aber wir sind noch da. Ein bisschen müder vielleicht als sonst, aber da. Wir sind Superhelden.

Lass uns der miesen Stimmung und der Kämpfe etwas entgegensetzen. Gute Gedanken, frische Impulse. Lass uns Heldengeschichten schreiben. Hier ist dein Superhelden-Weckruf zur Blogparade #HeldenStorys >>>mehr

Anna Koschinski | Bloggerin | Schreibcoach | Texterin Bielefeld

Ich bin eine Superheldin! Stärken stärken in der Krise

Da stehe ich nun. Die Haut an meinem Bein schmerzt und die kaffeenasse Leggins fühlt sich an als würde ich gleich meine Haut mit abziehen, wenn ich sie ausziehe. Junior starrt mich an und weiß nicht, was er tun soll. Die ganze Küche ist voll mit heißem Kaffee: Überall Spritzer, auch an der Tapete und auf den neuen, weißen Stühlen im skandinavischen Stil. „Ich sollte nicht alles auf einmal machen“, murmele ich und bewege mich vorsichtig aus der großen Lache heraus, um einen Lappen zu holen. Auf dem Laminat hinterlasse ich kleine Pfützen aus Kaffee.

Während ich die Küche trockenlege und wische, habe ich einen Kloß im Hals. So etwas passiert mir immer dann, wenn ich zu viel will. Wenn ich zu schnell bin, wuselig, unkonzentriert. Ja, es ist gerade alles zu viel. An diesem Dienstagmorgen vielleicht nicht, aber die ganze Zeit vorher schon. Ich bin müde, erschöpft, nicht bei der Sache. So viele Dinge sind in meinem Kopf und es gibt so viele Menschen, die etwas von mir wollen. Aber das Schlimmste sind die Dinge, die ich nicht planen kann. Diese Ungewissheit, die Situation um mich herum. Es ist November 2020, es ist Corona. >>>mehr