Schreiben im Café, Arbeiten im Café, Bloggen im Café

Schreiben im Café: Gut für deinen Blog

Raus aus dem Trott, rein in eine andere Welt. Es ist kein Geheimnis, dass unser Gehirn Routinen toll findet, weil es sich dann weniger anstrengen muss. Gleichzeitig fördert ein Ausbrechen aus den Routinen die Kreativität. Es entstehen neue Ideen und es kann sein, dass wir insgesamt besser arbeiten. Für mich selbst ist das Schreiben im Café eine gern gesehene Abwechslung. Mal gehe ich allein, mal mit Bekannten, die auch arbeiten wollen. So hat man nicht nur jemanden, der Verbindlichkeit schafft, sondern auch die Pausen mit dir verbringt. Yay! 

Ich mag meine Küche, meinen Tisch und meine Stapel von Papieren und Unterlagen. Ebenso mag ich meine Kaffeemaschine, die mir auf Knopfdruck und ohne zusätzliche Kosten meine Tasse füllt. Und mein Kühlschrank ist natürlich auch nicht zu verachten; den habe ich beim Schreiben immer im Rücken. Aber Schreiben im Café ist etwas ganz anderes. Die Geräusche, die Menschen, die vielen Dinge, die ich sehe, sobald ich vom Bildschirm hochschaue. Und ja, so ein Latte Macchiato vom Barista ist schon was anderes als mein Crema aus der Pad-Maschine. Also nur Vorteile?

 

Schreiben im Café: Die Vorteile

Seit ein paar Wochen gehe ich etwa einmal in der Woche ins Café, um dort zu arbeiten und zu schreiben. Das ist ein bisschen wie ein Spagat zwischen Produktivität und vielfältiger Ablenkung. Aber es ist eben ein Ausbruch aus dem bekannten Trott und dadurch macht es mich fokussierter.

  • Ich bin nicht Zuhause, damit fallen viele Ablenkungen weg: Die ungewaschene Wäsche (und die gewaschene, noch nicht zusammengelegte), die volle Spülmaschine, der Postbote, irgendwelche organisatorischen Dinge, die man „mal eben schnell zwischendurch“ erledigen könnte.
  • Jede Kaffeepause kostet Geld: Wo ich in meiner eigenen Wohnung alle Nase lang zur Kaffeemaschine tapsen kann, überlege ich hier mehrfach, ob ich nochmal 3 Euro für nen leckeren Latte Macchiato ausgeben möchte.
  • W-Lan und Strom sind auch meistens inklusive.
  • Online-Ablenkungen sind für mich leichter auszublenden. Denn wer setzt sich schon ins Café, um dort YouTube-Videos oder Serien zu schauen? Könnte ja jemand sehen…
  • Andere Leute arbeiten dort auch und sorgen dafür, dass ich selbst nicht meine Zeit verdaddeln will. Das hält produktiv.
  • Die Geräuschkulisse im Café macht kreativ – das haben Forscher der University of Illinois herausgefunden. Wenn es nicht zu laut ist, wirkt ein Geräuschteppich positiv auf die Kreativität. Dabei ist offenbar eine Lautstärke von etwa 70 Dezibel perfekt – das ist in etwa die Lautstärke, die in einem belebten Café herrscht.
  • Die Abgrenzung von Arbeit und Freizeit gelingt besser: Indem ich nicht zuhause arbeite, sondern mich morgens auf den Weg ins Café mache, trenne ich meine Lebensbereiche klar voneinander ab. Denn du kennst das sicher auch, dass es echt schwierig ist, aus den Arbeitsprozessen rauszukommen, wenn man nur den Laptop zuklappt.

Insgesamt finde ich das Schreiben im Café sehr angenehm. Aber natürlich gibt es auch Situationen, in denen ich mich in meine ruhige Küche oder an meinen Schreibtisch wünsche.

 

Arbeiten im Café: Das Szenario

Ich sitze dann also an meinem Stammplatz, meinen Latte Macchiato und meinen Laptop vor mir. Links von mir eine Gruppe Frauen mit ihren Kleinkindern, sie unterhalten sich über Gott und die Welt, aber hauptsächlich über die Kinder. Kenne ich, ist okay für mich.

Rechts von mir sitzen Menschen und arbeiten, da sind zwei Männer und eine Frau, alle mit ihren Laptops. Zwischendurch telefonieren sie, machen irgendwelche Absprachen. Und offensichtlich hören sie sich auch gegenseitig zu, denn auf einmal quatscht Mann 1 die Frau neben sich an: „Bist du bei Campari?“

Puh. Ja, kann man ja mal fragen. Die Lautstärke ist beträchtlich (meinem Sohn würde ich sagen: „Denk an eine angemessene Lautstärke!“) und die Stimmlage dieser Frau harmoniert nicht mit meinem ästhetischen Empfinden. „Hör einfach weg“, denke ich, aber das ist gar nicht so einfach. Die beiden starten eine Konversation, die eine Mischung aus Flirt und Blabla ist. In meinen Ohren jedenfalls.

Ich tippe weiter, aber ich kann mich nicht konzentrieren, während die beiden sich gegenseitig erzählen, wie toll sie sind. Er macht was an der Börse und er hat richtig Ahnung davon, denn „sonst könnte ich mir mein Leben nicht leisten“. Wow. Sie sagt, sie kenne sich überhaupt nicht aus und  sie sei wahnsinnig beeindruckt, ja na klar. Und so machen die beiden ihren Small Talk und merken gar nicht, wie laut und affektiert sie sind.

Aber hey, dies ist ein Café, öffentlicher Raum also. Die können machen, was sie für richtig halten. Ich fluche innerlich, weil ich keine Kopfhörer dabei habe, da entschließen die beiden sich, doch noch ein bisschen zu arbeiten. Sie haben ja jetzt ihre Nummern getauscht, da geht dann ja nix verloren. Sehr gut! Zurück zum Blogartikel.

 

Die Nachteile beim Schreiben im Café

Geschichten wie diese passieren einfach, wenn wir im Café schreiben. Es ist eben öffentlicher Raum und dort reden Menschen, da rennen auch mal Kinder durch die Gegend und quatschen dich im Zweifel auch mal schräg von der Seite an.

Damit muss man umgehen können. Oder aber man hat Kopfhörer dabei und zieht sich so sehr zurück, dass kein Kleinkind auf die Idee kommt, einen am Ärmel zu zupfen. Also, es ist nicht alles toll beim Schreiben im Café …

  • Eine Garantie auf die passende Lautstärke gibt es nicht. Je nachdem, zu welcher Tageszeit du im Café schreibst, kann es auch mal voll sein. Laute Telefonate, Vorstellungsgespräche oder eben heiße Flirts können deinen Workflow unterbrechen oder aber ganz im Keim ersticken. Besonders nervig finde ich übrigens Skype- oder Hangouts-Telefonate, am besten ohne Kopfhörer. Dann ist die Beschallung perfekt.
  • Man muss seinen ganzen Klüngel ins Café schleppen. Wenn du nur deinen Laptop zum Schreiben brauchst, ist es ja noch okay. Wenn du aber zig Notizen, Bücher und Kabel benötigst, dann wird es schon ein bisschen nervig und die Hürde, sich auf den Weg ins Café zu machen, wird größer. Immerhin hast du in deinem Büro alles parat und musst die Sachen nicht umständlich ein- und auspacken.
  • Auch wenn du nur einen Kaffee bestellst, ist der teurer als der Kaffee aus deiner eigenen Maschine. Wenn du gerade super knapp mit deiner Kohle bist, dann bleibst du vielleicht doch besser zuhause.
  • Die schönste 70 Dezibel Lautstärke kann dich auch ablenken. Es ist eben nicht die gewohnte Umgebung, sondern jeder Blick hoch vom Bildschirm kann zu einer Ablenkung werden. Oder zu einer neuen Geschichte. Aber wer weiß das schon.

 

Fazit: Schreiben im Café macht kreativ – wenn’s gut läuft

Es ist also ein bisschen Glückssache, ein bisschen Gewohnheit und – wie immer – auch ein bisschen persönliche Vorliebe. Wenn du ein Mensch bist, der gut mit einer unruhigen Geräuschkulisse auskommt, dann solltest du vielleicht ab und zu mal im Bistro oder Café schreiben.

Wie die Wissenschaftler herausgefunden haben, ist dieses moderate Hintergrundrauschen gut für deine Kreativität und damit auch für deinen Blog. Eine Lautstärke von 70 Dezibel ist demnach besser zum kreativen Schreiben, als nur 50 Dezibel. Ab 80 allerdings kann es auch schon wieder störend wirken. Gut zu wissen, oder?

Was man aber noch dazu wissen muss: Für Arbeiten, die Konzentration und Genauigkeit erfordern, ist das Café nicht der beste Ort. Denn dafür ist eine ruhige, unaufgeregte Umgebung besser. Also: Blogartikel schreiben im Café, redigieren zuhause. Eigentlich ganz einfach.

Und wenn du das mit dem Geräuschteppich einfach mal ausprobieren willst, der Besuch im Café aber gerade nicht möglich oder gewünscht ist: Der Dienst Coffitivity (gibt’s über Web und als App) bietet Audio-Aufnahmen aus unterschiedlichen Cafés zum Anhören an. So kann man sich den kreativitätsfördernden Café-Sound einfach nach Hause holen. Probier es doch einfach mal aus!

 

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0 Kommentare
  1. Carina sagte:

    Wenn es bei uns im Büro besonders laut ist, gibt es für mich auch immer Coffitivity mit Kopfhörern. Ich komme damit sehr gut klar. Aber ich arbeite auch gern im Café, im Zug oder an anderen Orten – solange nicht überall „bei 100 verkaufen“ gebrüllt wird.

    Antworten

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