Angst vorm Bloggen, negativen Kommentaren, Shitstorm, Blogger-Mindset

Wie du die Angst vorm Bloggen loswirst

Du hast einen Blog, du weißt über die Anatomie von guten Artikeln Bescheid. Auch weißt du, welche Themen du bearbeiten willst und sogar deinen Schreibflow hast du gefunden. Und trotzdem fällt es dir schwer, deine Geschichten in die Welt zu bringen. Du hast manchmal Angst vorm Bloggen, Angst vor der Öffentlichkeit. Angst vor negativen Kommentaren oder gleich vor dem Shitstorm. Wenn du veröffentlichst, hast du ein flaues Gefühl im Bauch, weil du weißt, dass dein Text sicher irgendwem nicht passen wird. Kennst du das? Dann lies hier wie du lernst, mit der Angst vorm Bloggen umzugehen.

Dieser Text entsteht aus meinen aktuellen Erfahrungen in den sozialen Netzwerken und in meinem Coaching. Der Artikel ist Teil der Blogparade von Lizzis Welt, in der es um positive und negative Erlebnisse rund ums Bloggen geht. Teilnehmen kannst du dort noch bis Ende Oktober 2019.

 

Warum haben Blogger Angst vorm Bloggen?

Immer wieder gibt es Fragen und Diskussionen im Netz, die sich um die Angst vorm Bloggen, vor der Öffentlichkeit, vorm Schreiben drehen:

  • Ich habe einen negativen Kommentar bekommen und weiß nicht, ob ich antworten soll.
  • Da sind ein paar Follower, die immer mit dem bösen Smiley auf meine Posts reagieren – was soll ich tun?
  • Ich habe bei manchen Postings Angst, dass sich da (wieder) ein Troll in die Diskussion einmischt.
  • Ich habe Angst vor negativen Reaktionen, daher schreibe ich keine Artikel, in denen ich eine starke Meinung vertrete.

Diese Unsicherheiten erlebe ich auch in meinen Coachings. In vielen Sitzungen sprechen wir gar nicht lange über die Texte, sondern darüber, wie man am besten mit den manchmal würdelosen Kommunikationsformen im Netz umgeht. Alles, was ich zu diesem Thema gelernt habe und was ich darüber denke, erfährst du in diesem Artikel.

 

Soll ich überhaupt auf negative Kommentare reagieren?

Hier müssen wir unterscheiden zwischen Kommentaren auf dem Blog und auf Social Media. Denn auf deinem Blog hast du es in der Hand, welche Kommentare veröffentlicht werden. Du kannst moderieren, bevor es jemand anderes sieht. Und das würde ich dir auch raten. Wer dir in deinem eigenen Wohnzimmer (also auf deinem Blog) ans Bein pinkeln will, der kommt halt nicht rein. Gar keine Diskussion. Einzige Ausnahme: Du erkennst den Kommentar als Chance, durch deine Antwort einen anderen Aspekt des Themas zu beleuchten.

Aber auf Social Media finde ich es wichtig zu reagieren – auf jede Form von Kommentaren. Denn wie du mit Kritik umgehst, kann für die Beziehung zu deinen Followern wichtig sein. Bist du sicher, souverän und klar in deiner Meinung? Oder lässt du dir unqualifizierte Beiträge einfach um die Ohren hauen? Hier zeigt sich auch, ob du Angst vorm Bloggen oder der Öffentlichkeit hast, oder aber ob du selbstbewusst dein Thema präsentierst.

Vielleicht löschst du negative Kommentare auch; diesen Impuls hatte ich auch schon oft. Aber irgendwer hat den Kommentar sicher schon angezeigt bekommen. Dann kann es passieren, dass irgendwer stutzig wird und sich denkt: „Warum ist denn dieser Kommentar jetzt auf einmal weg? Das ist ja wie Zensur hier!“ Du kennst die merkwürdigen Einstellungen im Web, ich übertreibe nicht.

 

Bloß nicht unkommentiert stehen lassen!

Daher ist meine Empfehlung: Antworte auf die negativen Kommentare. Versuch, die Diskussion wieder auf die Sachebene zu bringen, wenn der Kommentar persönlich und/oder aggressiv geschrieben ist. Es gibt eben Menschen, die müssen ihre Unzufriedenheit an Anderen auslassen. Die fühlen sich durch deinen Text oder dein Bild getriggert. Unterstützt durch die scheinbare Anonymität im Web feuern die dann los.

Häufig passiert es zum Beispiel, dass gar nicht klar ist, worum es dem Menschen hinter dem Kommentar wirklich geht. Da steht dann so etwas wie „Das ist doch alles Mist/Käse/Quatsch/Scheiße“ oder etwas Ähnliches. Mein erster Impuls ist dann immer „Was denn genau?“. Und darauf begründe ich meine Antwort.

Meistens schreibe ich dann etwas in der Art: „Danke für deine Sichtweise, das ist sehr bereichernd für die Diskussion, denn es zeigt eine andere Sichtweise. Was genau findest du denn daran Mist? Und hast du einen konkreten Tipp für die Community?“

Wichtig ist, das nicht zu bewerten, vor allem negativ. Das kann solche Menschen nämlich noch mehr triggern. Vielleicht will dieser Mensch einfach nur gesehen werden. Wenn du also stattdessen immer wieder fragst „was genau, wie genau“, dann vergeht denen meist der Spaß. Und andere, die es lesen, wissen, dass du da bist und dass du deine starke Meinung weiterhin vertrittst.

 

Wie kann ich mich vor Angriffen schützen?

Du kannst solche Angriffe nicht vermeiden, wenn du dich und dein Thema authentisch und stark in der Öffentlichkeit vertrittst. Die einzige Möglichkeit wäre, zurückzustecken und bloß keine Meinung zu vertreten, mit der du anecken könntest. Aber sind wir mal ehrlich: Das ist gar nicht möglich. Irgendwer findet uns immer blöd. Und das ist okay so. Ich finde auch manche Menschen blöd. Mich muss nicht jeder mögen.

Wichtig ist, dass du dir klar machst: Du musst nicht jedem gefallen, sondern du möchtest mit deinen Ansichten die Leser finden, die dich und dein Thema voranbringen, die einen wertvollen Beitrag zum Austausch leisten. Eben die, die dein Thema suchen und für die dein Input bereichernd ist. Wer gehört zu deiner Zielgruppe, deiner Leserschaft? Denk daran, für wen du schreibst. Alle anderen sind egal.

 

Du kannst die Menschen nicht ändern, nur dich selbst

Was kannst du also tun, um souverän mit negativen Kommentaren umzugehen? Du kannst deine Einstellung ändern. Rück die negativen Kommentare dahin, wo sie hingehören. Niemand kann dich persönlich treffen, denn niemand kennt dich. Du bist nicht gemeint mit diesen unqualifizierten und unwürdigen Kommentaren. Du bist nicht dein Text, nicht dein Bild, nicht dein Thema.

Mit dieser Änderung in der Wahrnehmung kannst du ganz anders auf negative Kommentare oder Nachrichten reagieren, denn es trifft dich nicht mehr. Du bist ja nicht gemeint.

Übrigens ist dieses Denken auch für andere Bereiche in deinem Leben total hilfreich. Ich gehe viel entspannter durch mein Leben, seit ich für mich klar habe: Ich bin nicht gemeint und mich muss nicht jeder mögen.

 

Dein neues Lieblingswort: Interessant.

Anstatt also bei einem negativen Kommentar zu erschrecken oder dich angegriffen zu fühlen, kannst du einfach die Perspektive wechseln. Da ist jemand, den dein Text (oder Bild oder was auch immer) triggert. Und dieser jemand hat jetzt irgendwie das Bedürfnis, etwas zu tun. Gehen wir davon aus, dass jedem Verhalten eine positive Absicht zugrunde liegt. Dann gibt es diesem Menschen etwas, dass er oder sie den Kommentar schreibt. Ist das nicht interessant?

Ich finde andere Ansichten immer erst einmal ‚interessant‘. Ohne Wertung, ohne Gefühl dazu. Denn hey, vielleicht ist da ja auch ein Mehrwert in dieser Äußerung? Klar, wenn jemand offensiv einfach nur beleidigt, dann ist es etwas anderes. Aber vielleicht gibt es auf der Basis mancher Äußerungen, die wir sonst vorschnell persönlich nehmen, eine Chance zum Austausch?

 

Nicht werten, staunen!

Ändere dein Blogger-Mindset, dann brauchst du keine Angst vorm Bloggen zu haben. Mach dir klar, dass du nicht gemeint bist. Und denk außerdem darüber nach, wie interessant es ist, wie unterschiedlich Menschen ticken. Ich kenne das Gefühl, dass mir Bewertungen von anderen Leuten nahe gehen. Dass ich mich schlecht fühle, weil jemand sich vorgenommen hat, mir seine eigenen Unzulänglichkeiten vor die Füße zu schmeißen.

Denn letztlich ist es genau das: Die Menschen können keine Aussagen über dich treffen, aber sie treffen Aussagen über sich selbst. Und das kann ich durchaus als ‚interessant‘ einstufen.

 

Angst vorm Bloggen? Denk an die positiven Seiten!

Möchtest du dich wirklich einschränken aus Angst, dass irgendwer dich nicht mögen könnte? Oder Angst, dass Menschen mit schlechten Manieren und einem Minderwertigkeitskomplex ihren Frust in deine Timeline spülen werden? Es wird diese Menschen immer geben und du wirst sie nicht ändern. Aber du kannst dafür sorgen, dass es dich nicht mehr trifft.

Und du kannst daran denken, was du alles (er)schaffst, wenn du authentisch bloggst. Denn die paar negativen Stimmen sind doch nichts gegen den wundervollen Austausch in deiner Community, oder? Und das wohlwollende Feedback – überwiegt das nicht? Es lohnt sich weiterzumachen, denn die Öffentlichkeit birgt so viele Chancen, dich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

Und der fruchtbare Austausch bringt mehr Tiefe für dein Thema, mehr Sichtweisen bereichern dich und deine Arbeit. Es gibt doch einen Grund, warum du einen Blog aufbauen wolltest – erinnere dich!

Ja, da gibt es Trolle im Web. Da gibt es Menschen, die ihren Frust an anderen auslassen wollen. Es gibt Leute, die es kickt, wenn sie andere in Misskredit bringen. Aber diese Menschen sind mir egal.

Nicht alle meine Artikel sind für alle gleich wertvoll, nicht alle meine Äußerungen haben für jeden einzelnen Follower einen Mehrwert. Das ist okay so. Denn ich weiß, dass die positiven Aspekte am Bloggen überwiegen. Ich habe keine Angst vorm Bloggen und vor den Reaktionen.

Lass uns weiterhin authentisch, mutig und stolz bloggen. Unsere Geschichten in die Welt bringen, uns weiter vernetzen und dranbleiben. Aber lass uns auch offen bleiben in unserer Kommunikation und in unserer Präsentation nach außen. Überzeugt von uns selbst, aber auch von unserem Thema. Das kann man nämlich lesen 😉

 

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Angst vorm Bloggen, Angst vor negativen Reaktionen, Shitstorm, Social Media

 

0 Kommentare
    • Anna Koschinski sagte:

      Sehr gern! Wir können so viel schaffen, wenn wir unsere Einstellung ändern. Weg von der Angst und hin zum entspannten Sein 🙂

      Antworten
  1. Cornelia Fischer sagte:

    Da bin ich komplett bei Dir, liebe Anna. Aber mit solchen Trolls muss man auch erst lernen umzugehen. Und das ist vermutlich nicht immer ganz so einfach.

    Nichts desto trotz, mach ich mir auch immer wieder zu viele Gedanken, ob ich das so veröffentlichen kann. Entweder schaffe ich es den Text umzuformulieren, oder ich lass ihn liegen. Ich laufe auch oft in Gefahr, dass ich zu ICH-bezogen schreibe. Und für einen Business-Blog finde ich das selbst nicht so passend.

    Herzliche Grüsse,
    Cornelia

    Antworten
    • Anna Koschinski sagte:

      Stimmt, es ist oft nicht einfach. Aber wenn man sich mal klarmacht, dass das im Grunde nichts mit dir als Person zu tun hat, dann ist es leichter. Viele nehmen das persönlich und haben deswegen Angst vor negativen Reaktionen. Sie trifft der negative Kommentar. Mit dem Switch im Denken „du bist nicht gemeint“ wird es einfach, adäquat zu reagieren.

      Und zu deinen Gedanken: Es ist gut, dass du dir diese Fragen stellst. Denn du hast ja keinen Liebhaber-Blog, sondern willst damit auch dein Business voranbringen. Denk einfach dran, dass Menschen nicht (nur) dein Produkt kaufen, sondern auch einen Teil dich. Weil du das Produkt herstellst, weil du es in einen größeren Kontext setzt. Und daher darfst und sollst du deine Meinung auf dem Blog vertreten – die Menschen müssen dich kennenlernen. Trotzdem sollte der Fokus auf dem Thema liegen. Was kann dein Leser mitnehmen? Und an der Stelle brauchst du vermehrt das „du“ und das „ich“ tritt in den Hintergrund

      Liebe Grüße
      Anna

      Antworten

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