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Mit den richtigen Schreibroutinen in den Schreibflow kommen.

Finde deinen Schreibflow: Produktiver schreiben

21. Januar 2018/4 Kommentare/in besser schreiben, Produktivität/von Anna Koschinski

Alle suchen ihn, aber ihn zu finden ist gar nicht so einfach: Den Flow. Du hast es vermutlich schon mal erlebt, dass du drin bist, also einen Schreibflow (oder auch einen Flow bei anderen Tätigkeiten) hattest. Dann bist du so versunken in deine Tätigkeit, dass sie dir total leicht fällt. Du merkst gar nicht, wie die Zeit verfliegt. Bist super produktiv, schaffst extrem viel weg. Und als du auf die Uhr schaust siehst du erst, dass du gerade mehrere Stunden hochkonzentriert gearbeitet hast. Wie geht das nun mit dem Flow? Und wie geht das, wenn wir ins schreiben kommen wollen, aber irgendwie blockiert sind?

Flow – was ist das eigentlich? Was macht ihn aus und wie kommt er zustande? Einen guten Eindruck davon bekommt man in Mihály Csíkszentmihályis TED-Talk zum Thema Flow: „Und wenn man wie dieser Mann so in diesen vollständig einnehmenden Prozess verwickelt ist, etwas neues zu erschaffen, dann hat er nicht genügend Aufmerksamkeit übrig, um zu beobachten, wie sich sein Körper anfühlt, oder die Probleme zu Hause. Er bemerkt noch nicht einmal, dass er hungrig oder müde ist.“ (Du findest auf der Seite nicht nur den TED-Talk, sondern auch das Transkript – das Video ist aber wirklich sehr sehenswert!)

 

Flow und Schreiben

Man kann sich also vorstellen, dass dieser Flow ein sehr produktiver Zustand ist und dass das nicht mit allen Tätigkeiten klappt. Grundsätzlich gilt: Je öfter und regelmäßiger du schreibst, umso besser wirst du darin. Schreiben kann man lernen und es wird immer leichter und intuitiver, je mehr Stunden man damit verbringt. Mit jedem Text wirst du sicherer und freier in der Tätigkeit, also im schreiben. Und mit jedem Text ist es wahrscheinlicher, dass du dich in einen Flow schreibst.

Je nach Schreibtyp bzw. Schreibstrategie bist du im Schreibflow auch schneller mit deinem Artikel oder Text fertig. Mit Konzentration und Fokussierung auf dein Thema und deinen Schreibprozess kann es gut sein, dass du schnell viel Text produzierst. Vielleicht musst du ihn noch überarbeiten, auch das hängt davon ab, wie du schreibst. Hier sind 6 Tipps, wie du deinen Schreibflow findest.

1. Rituale für dein Schreiben: Schreibzeiten

Du findest leichter in den Schreibflow, wenn du dir feste Schreibzeiten vornimmst. Dafür musst du allerdings ehrlich zu dir selbst sein. Wo sind Zeitfenster, die du für dein Schreiben nutzen kannst? Wie viel Zeit möchtest du einplanen und wie viel Zeit brauchst du, um überhaupt ins Schreiben zu kommen? Reicht ein Zeitfenster von einer Stunde? Oder brauchst du einen längeren Vorlauf mit Kreativtechniken oder Brainstorming, um dann konzentriert zu schreiben?

Ich habe mir einen Stundenplan gemacht, in den ich alle meine Termine und Verpflichtungen eingetragen habe. Zeit, in der ich meinen Sohn betreue, Präsenzzeiten in der Uni, Zeit, die ich für mein Studium, meine Kunden oder für mein Marketing brauche, Zeit für Sport. Und dann habe ich ganz genau hingeschaut, welche Zeitfenster überhaupt noch da sind. Die habe ich markiert und dann noch gekürzt, denn es ist ja nun nicht so, dass man mich anschalten kann und ich sofort auf Knopfdruck produktiv bin. So habe ich in der Woche zwei feste große Schreibzeiten tagsüber und je nach Tagesform auch noch an zwei Abenden. Denn ich bin ein Mensch, der gut abends und nachts arbeiten kann. Nicht jeden Tag, aber vielleicht jeden zweiten.

Indem du nun zu den immer gleichen Zeiten schreibst, gewöhnst du dich daran. Dein Körper und dein Kopf wissen, was ansteht. Das ist wie mit Zähneputzen oder morgens Kaffee kochen. Mach es zu einem Ritual und vor allem: Zieh es durch. Jede ausgelassene Schreibzeit führt dich wieder weg vom Schreibflow und demotiviert dich für die nächsten Male. Daher: Leg deine Schreibzeiten fest und bleibe dabei. Routinen müssen sich entwickeln.

2. Finde deinen Schreibort und richte ihn ein

Genauso wie es Sinn macht, sich über das Wann Gedanken zu machen, ist es wichtig, auch über das Wo nachzudenken. Wo schreibst du gern? An welchem Ort bist du besonders produktiv? Wo fühlst du dich besonders wohl und kreativ? Es gibt Menschen, die brauchen die totale Ruhe und müssen sich von allem abschirmen, um konzentriert zu arbeiten. Andere arbeiten lieber und besser, wenn sie von anderen Leuten umgeben sind. Wieder andere schreiben gern im Café oder im Park und noch einmal andere schreiben immer woanders.

Indem du herausfindest, was genau du an deinem Arbeitsplatz brauchst, wird es dir leichter fallen zu schreiben. Du brauchst einen leeren Schreibtisch? Räum ihn ab. Du schreibst am liebsten in der Küche? Sorge dafür, dass der Küchentisch dir auf jeden Fall zu deinen Schreibzeiten zur Verfügung steht. Du schreibst auch mal abends im Bett? Schaff dir ein Knietablett oder etwas Vergleichbares an, damit du entspannt arbeiten kannst. Du brauchst eine ablenkungsfreie Umgebung? Geh da hin, wo du sie findest oder herstellen kannst. Du siehst: Auch hier gibt es wieder kein Richtig oder Falsch. Du musst dich einfach ein bisschen beobachten und dir dann deine perfekte Schreibumgebung einrichten. So kommst du deinem Schreibflow einen großen Schritt näher.

3. Trenne die einzelnen Prozesse

Wenn du deine Texte im Schreibflow produzieren willst, solltest du dir klar machen, dass du den Flow nicht unterbrechen solltest. Daher meine Empfehlung: Trenne die einzelnen Prozesse voneinander. Wenn du recherchierst: Recherchiere und mache dir lediglich Notizen. Aber mach keine großen Vorstöße in Richtung Gliederung oder gar stilistische Details. Und vor allem: Trenne Recherche und Schreiben klar voneinander, denn recherchieren lenkt dich vom Schreiben ab.

Es könnte auch sein, dass du deine Texte vorstrukturierst. Wenn das so ist, dann kümmere dich auch hier nur um diesen einen Schritt. Aber auch das ist von Schreiber zu Schreiber unterschiedlich; ich zum Beispiel komme gut ohne aus und schreibe Texte von vorne nach hinten. Die Struktur entsteht beim Schreiben. Versuche mal herauszufinden, wie das bei dir am besten funktioniert. Denn wenn du weißt wie du schreibst, kannst du auch hier Zeit und Aufwand einsparen.

Und wenn du schreibst: Schreibe. Tue in deiner Schreibzeit nichts anderes. Formatierung und Korrektorat sind Dinge, die im Schreibflow nichts zu suchen haben. Trenne auch diese Prozesse klar vom Schreiben ab.

Finde deinen Schreibflow durch die richtigen Schreibroutinen.

4. Schreibe regelmäßig, auch wenn dir nicht danach ist

Die Prämisse beim Schreiben (wie bei allen Dingen) ist: Üben, üben, üben! Dein Schreiben verbessert sich nur dadurch, dass du es regelmäßig machst. Du lernst nur durch Schreiben. Daher empfehle ich dir auch: Nimm deine Schreibzeiten in jedem Fall wahr. Auch wenn du gerade nicht so recht in Stimmung bist.

Denk daran, dass du nicht sofort einen tadellosen, perfekten Text produzieren musst. Schreiben ist auch Handwerk, daher kannst du einfach drauf los schreiben und den Text hinterher weiterverwenden. Vielleicht wird nicht sofort ein Blogartikel draus, aber möglicherweise später, wenn du den produzierten Text noch mal mit einem anderen Blick betrachtest.

5. Führe ein Schreib-Journal

Wenn wir wissen, wie wir schreiben, dann macht uns das zu besseren Schreibern. Wir können unsere Umgebung und unsere Schreibbedingungen genau so einrichten, wie wir es brauchen. Indem wir genau hinschauen, können wir auf unsere aktuellen Bedürfnisse beim Schreiben eingehen – und erhöhen dadurch natürlich die Chance auf einen Schreibflow. Du kannst so ein Schreib-Journal für verschiedene Dinge nutzen.

Zunächst einmal kannst du darin all den Kram sichern, der dich ablenkt. Häufig gibt es Dinge, die uns im Kopf herumschwirren und uns aufhalten, wenn sie im Kopf bleiben. Diese Dinge aufzuschreiben macht Sinn, weil du so sichergehst, dass sie sicher verwahrt sind. Du vergisst nichts, speicherst sie ja in deinem Journal ab. Dieses Prinzip haben auch die hippen „Morgenseiten“, die seit geraumer Zeit als Geheimtipp für Produktivität im Netz herumgeistern. Auch hier möchte ich dir aber sagen: Da gibt es kein Richtig oder Falsch – wenn du abends oder nachts kreativ bist, dann schreibe eben zu dieser Zeit dein Journal.

Du kannst so ein Schreib-Journal auch nutzen, um dich „warm zu schreiben“. Du bist noch nicht so richtig in Schreibstimmung und brauchst eine kleine Aufwärm-Übung? Nimm dir ein beliebiges Thema und schreib einfach drauf los. Und dann schau mal, ob du nicht doch noch warm wirst und deine Schreibzeit nutzen kannst.

Eine weitere gute Nutzungsmöglichkeit für dein Journal sind kleine Schreibreflexionen. Indem du über dich und dein Schreiben nachdenkst und schreibst, lernst du dich immer besser kennen. Notiere dir Situationen, in denen du total viel geschafft hast, aber auch solche, in denen du dich schwer getan hast. Vielleicht findest du heraus, woran es hapert und kannst dich dementsprechend umorientieren und anpassen. Wenn du deine Bedürfnisse und Motivatoren kennst, hast du gute Chancen auf ein produktives Schreiben – den Schreibflow!

6. Bleib dran!

Schreibkrisen und Schreibblockaden sind völlig normal – jeder hat das mal, auch der produktivste Autor oder Blogger. Versuche, dich davon nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Mach weiter und probiere dich auch mal an anderen Textsorten. Oder mach eine Runde Freewriting, um den Kopf zu leeren und neue Verknüpfungen herzustellen.

Lass dich aber bitte nicht verunsichern oder gar an deinem Blog zweifeln. Überbrück die Zeit mit Schreibübungen oder indem du mit deinem Schreib-Journal arbeitest. Schreibblockaden kommen, sie gehen aber auch wieder. Es gibt eben Tage, da ist es schwerer mit dem Schreibflow. Wenn du so einen erwischst, dann ändere etwas an deinen Strukturen. Aber schreibe. Vielleicht kommst du über Umwege doch noch in deinen Flow.

 

Fazit: Dein Schreibflow kommt mit der Übung

Ich denke, dass zwei Dinge für deinen Schreibflow wichtig sind: Deine Motivation/dein Ziel und deine Schreibroutinen. Über die Routinen habe ich ja jetzt ausführlich erzählt. Wenn du trotz Routine nicht zum Schreiben kommst und es dir weiterhin furchtbar schwer fällt, könnte das auch an der fehlenden oder falschen Motivation liegen. Wo willst du hin mit deinen Texten? Wie soll dein Blog in sechs Monaten aussehen? Welche Ziele hast du mit dem Blog und welche Ziele hängen vielleicht noch daran? Was wünschst du dir für den Blog und deine Leser? All diese Fragen hast du dir bestimmt schon gestellt, als du mit dem Bloggen angefangen hast. Prüfe diese Ziele ab und zu, damit sie weiterhin attraktiv sind und du weißt, wo du hin willst. Ich zum Beispiel prüfe etwa alle sechs Monate meine Ziele und auch meine Zielgruppenbeschreibung. Damit ich immer weiß, wofür und für wen ich schreibe.

Du wirst nicht jeden deiner Texte im Schreibflow produzieren, das ist einfach nicht möglich. Einige Texte werden dir schwerer fallen, andere leichter. Und dann gibt es eben die, die dir so zufliegen. Und die dich voll vereinnahmen, während du schreibst. Versuche, möglichst gute Bedingungen dafür zu schaffen. Dann klappt es auch mit dem Flow.

Wie kommst du am besten in den Schreibflow? Nutzt du feste Zeiten und Orte? Oder ist das für dein Schreiben gar nicht so wichtig? Schreibe mir gern einen Kommentar!

Besser schreiben dank Schreibflow.

Schlagworte: Flow, Produktivität, schreiben, Schreibflow, Schreibroutinen, Text
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https://annakoschinski.de/wp-content/uploads/2018/01/Schreibflow_Titel.png 300 764 Anna Koschinski https://annakoschinski.de/wp-content/uploads/2019/02/Anna-Koschinski-Logo-Claim-kl.png Anna Koschinski2018-01-21 00:23:482020-06-07 20:04:18Finde deinen Schreibflow: Produktiver schreiben
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4 Kommentare
  1. Mirjam-Sophie sagte:
    13. April 2022 um 9:31

    Hallo liebe Anna,
    vielen Dank für diese tollen Tipps!
    Alle Ablenkung abzuschalten, wenn man den ganzen Tag reizüberflutet ist, kann manchmal echt schwer sein. Bei mir hilft es aber, entweder abends oder vor Sonnenaufgang zu schreiben. Abends werden dann die Duftkerzen angezündet und eine Tasse Tee bereit gestellt. Und morgens gibt es eine Kanne Tee und Vogelgezwitscher von draußen.
    Die festen Schreibzeiten ist auch ein sehr guter und wichtiger Tipp. Denn einmal eine Session ausgelassen, macht es unheimlich schwer, das nächste Mal in den Flow zu kommen.
    Viele Grüße,
    Mirjam

    Antworten
    • Anna Koschinski sagte:
      13. April 2022 um 19:32

      Liebe Mirjam,
      es lohnt sich auf jeden Fall, sich selbst zu beobachten und herauszufinden, was gut klappt und was nicht. Denn es gibt eben keine allgemeingültigen Tipps, die für alle funktionieren. Daher kann ich nur dazu raten: Weniger Anleitungen lesen, mehr reflektieren. Und wenn für dich morgens und abends plus Tee gut klappt, dann behalte das einfach bei. Alles, was dir hilft, ist genau richtig. Die Verbindlichkeit kommt über eine starke Motivation 🙂

      Viele Grüße und danke für deinen Kommentar
      Anna

  2. Margaretha Schedler sagte:
    17. Februar 2020 um 9:34

    Liebe Anna,
    so tolle Tipps, vielen Dank dafür.
    Zu Deiner Frage:Wie kommst du am besten in den Schreibflow? Nutzt du feste Zeiten und Orte?
    Also, ich schreibe am liebsten in meinem Sessel in mein schönes Notizbuch mit der Hand. Kennst Du die paperblanks? Später entsteht dann ein Blogartikel daraus, oder auch nicht, je nach dem, was mir einfällt. Ich bin da sehr intuitiv bzw. greife einen Impuls auf, den ich gerade gelesen oder gehört habe und der mich weiter beschäftigt.
    Meine besten Schreibzeiten sind nach meinem geliebten Mittagsschlaf.
    Überarbeiten kann ich gut am Vormittag.
    Ganz liebe Grüße
    Margaretha

    Antworten
    • Anna Koschinski sagte:
      17. Februar 2020 um 11:29

      Oh ja, ich kenne die Paperblanks – sündhaft teuer und zauberhaft schön. Auch ich skizziere meine Projekte und Ideen in einem solch schönen Buch 😉

      Deine Vorgehensweise kommt mir schon sehr reflektiert und entspannt vor – könnte von mir sein! Wenn es für dich stimmt und du so flexibel bist, ist das wirklich toll! (Und um den Mittagsschlaf beneide ich dich.)

      Liebe Grüße
      Anna

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