schreiben lernen, achtsam bloggen, stolz veröffentlichen

Schreibpause? Warum du deine Routine auch mal brechen darfst

Es gibt Tage, da schreibe ich nicht. Und zwar weder hier, noch sonstwo. Abgesehen von ein paar Tweets vielleicht. Ich bin dann nicht auf LinkedIn aktiv, verschicke keine Nachrichten. Kommentiere nicht auf Social Media, beantworte keine Mails, nichts. Natürlich kündige ich solche Auszeiten nicht an – wozu auch? Schreibpausen sind nichts Schlimmes, sie passieren. Jedem. Auch Texter:innen und Blogger:innen.

 

Was passiert da bei mir? Hintergründe von Schreibpausen

Meistens ist der Auslöser ein Gefühl von zu viel. Viel schreiben, viel reden, wenig Zeit für mich – das fordert und braucht auf Dauer einen Ausgleich. Täglich bloggen, wie ich es jetzt gerade mache, ist herausfordernd. Denn es ist doch noch mal was anderes, hier auf dem Blog zu schreiben, als drüben auf LinkedIn oder auf Facebook. Grundsätzlich ist es für mich kein Problem, mich täglich mit meinem Content zu beschäftigen. Zu brainstormen, zu konzipieren, zu planen. Aber manchmal ist es einfach zu viel. Oder ich bin müde. Leer geschrieben vielleicht. Dann frage ich mich: Ist es okay, heute nicht zu schreiben? Ja, ist es. Für mich okay.

Denn es ist besser, mal nicht zu schreiben, als dieses Gefühl von zu viel. Zwing dich nicht zum Schreiben, das macht auf Dauer schlechte Laune und erzeugt Druck. Wenn du dann das Schreiben mit Druck verknüpfst, ist die Leichtigkeit weg.

Ist so eine Schreibpause nun ein Problem?

Natürlich nicht. Vermutlich bekommt das niemand mit. Weder auf dem Blog, noch auf Social Media. Es wartet ja niemand darauf, dass hier ein neuer Text erscheint. Da lauert keiner auf meine Artikel und beschwert sich, wenn nichts Neues da ist. Daher: Eine Routine zu skippen ist kein Problem. Problematisch wird es, wenn ich es einreißen lasse.

Denn dann wird der Einstieg von Tag zu Tag schwerer. Und diese Blockade dann zu durchbrechen, ist schwierig und kostet Kraft. Wenn man gerade nicht so viel Kraft zur Verfügung hat, kann das hart sein. Zu hart. Und dann kommt man aus dem Tritt.

Warum erzähle ich dir das alles?

Scheiben ist ein kreativer Prozess. Und der funktioniert nicht immer reibungslos. Selbstverständlich kann ich immer irgendwas schreiben, um mein Versprechen mir selbst gegenüber einzuhalten. Ich kann alle Register ziehen, alte Texte als Vorlage nehmen, einfach etwas raushauen. Aber ich hab dann ja trotzdem keinen Kopf fürs Teilen der Beiträge und: Hinter solch einem Text könnte ich nicht so stehen wie ich es gern möchte.

Also: Besser einmal kurz aussteigen, um dann zurückzukommen. Mit Energie und Lust auf Schreiben. Lust auf Austausch. Kurze Pausen sind okay.

 

Es ist okay, deine Routine mal zu skippen. Aber dann ist der nächste Termin der wichtigste in deinem Leben!

 

Zwing dich nicht zum Schreiben, wenn du eigentlich keinen Bock hast. Aber wenn du ganz lange keinen Bock hast, dann melde dich gern bei mir, damit wir die Knoten im Kopf gemeinsam lösen können.

   
2 Kommentare
  1. Mim | still & sensibel sagte:

    Hallo Anna,

    was für ein toller Beitrag, der mich sehr beruhigt hat. Pausen sind so, so wichtig – aber oft habe ich Angst, dass sich solche Pausen nachteilig auf mich auswirken könnten. Dass ich es dadurch einreißen lasse oder der Algorithmus (bei Social Media) mich „bestraft“. Das macht mir dann ein schlechtes Gewissen und ich kann die Pausen gar nicht richtig genießen.

    Muss da wohl noch sehr an mir arbeiten, dass ich da nicht mehr so streng mit mir selbst bin. Denn du hast recht: Es merkt vermutlich keiner, wenn ich mal nichts veröffentliche.

    Liebe Grüße
    Mim

    Antworten
    • Anna Koschinski sagte:

      Liebe Mim,

      das habe ich tatsächlich ausführlichst getestet – sowohl hier auf dem Blog (mal monatelang nicht geschrieben), als auch auf Social Media (einfach abgetaucht über Wochen und Monate). Ich bin immer zurückgekommen und es hatte sich niemand beschwert. Es hatte einfach niemand bemerkt. Meine Freunde und guten Bekannten haben sich über Messenger gemeldet, aber sonst ist nichts passiert. Und der Algorithmus verkraftet es gut, wenn man mal aussetzt. Einfach zurückkommen und richtig guten Content liefern – mehr braucht es gar nicht. Dieser Druck, immer präsent zu sein, ist meiner Meinung nach total überflüssig. Vielleicht findest du ja noch einen guten Weg für dich.

      Liebe Grüße
      Anna

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.