So arbeite ich besonders nachhaltig

Nachhaltigkeit ist ein großes Thema, aber es ist eben auch nicht mehr ganz klar, wo sie aufhört und wo Greenwashing anfängt. Ich glaube, es geht bei dem Thema natürlich um Maßnahmen, um Ressourcen, um Verhaltensänderungen, um Technologien. Aber vor allem geht es um Haltung. Meine Haltung gegenüber der Welt, gegenüber Menschen. Daher frage ich mich in dieser Blognacht: Wo bin ich besonders nachhaltig unterwegs? Denn diese Frage gewinnt immer mehr an Bedeutung; durch den Klimawandel, die knapper werdenden Ressourcen, aber auch den gesellschaftlichen Wandel. Wie wollen wir arbeiten? Wie wollen wir leben? Was ist wirklich wichtig?

Die Frage „was ist wirklich wichtig?“ ist mein Leitbild dafür, wie ich meine Arbeit und mein Leben gestalte. Denn das „mehr, mehr, mehr!“ hat ausgedient. Ich möchte hier kurz auf ressourcenschonendes Arbeiten eingehen, aber vor allem meine Idee von Ressourcen-Nutzung teilen – in der Community. Spring hier direkt zum verbindenden Teil!

Hauptsache papierfrei? Nicht in allen Bereichen

Dass ich nicht papierfrei arbeite, habe ich ja gerade erst in einem der letzten Blogartikel verraten, aber das ist auch okay so. Meine Buchhaltung ist wirklich größtenteils papierfrei, dafür gönne ich mir ab und zu Kritzeln und Plotten auf Papier – manchmal in alten Heften von Junior, manchmal auf alten Skripten aus meiner Studienzeit.

Ja, wir benutzen Papier immer mehrfach, auch die Briefumschläge von Rechnungen werden noch zu Notiz- und Einkaufszetteln (ich weiß, dass andere ihre Einkauflisten auf dem Handy haben, aber hier schreibt Junior sie und auch das ist nachhaltig, denn es ist lernen).

Die einzigen wahren „Papier-Sünden“ begehe ich, wenn ich Zertifikate für die Teilnehmer*innen meiner Kurse drucke ich auf extra starkes Papier. Denn die sollen schön sein, etwas zum herzeigen. Und ein paar richtig schöne, teure Notizbücher und Gedankensammlungen besitze ich, aber die werden auch wertgeschätzt und eben nicht achtlos genutzt und verbraucht .

Papier und ich… Wir gehören eben zusammen in bestimmten Bereichen meines Lebens.

Ja, auch mein Business hinterlässt einen Co2-Abdruck

Es ist ganz klar, dass auch meine digitale Arbeit Ressourcen verbraucht. Speicherplatz, Strom. E-Mail-Postfächer verbrauchen Speicher, meine Video-Meetings verbrauchen Serverleistung, auch da geht es um Emissionen. Aber ich bemühe mich immer, bei der Auswahl der Tools und auch im Umfang ihrer Nutzung Sorgfalt walten zu lassen.

Was für mich spannend ist: Sowohl mit der Nutzung von Ecosia, als auch mit der von Plattformen wie Tree-Nation kann ich aktiv am Ausgleich dieses Co2-Ausstoßes arbeiten. Das Smart-Label für Net Zero Websites kompensiert automatisch alle CO2-Emissionen, die eine Website erzeugt. Es verfolgt die Nutzung der Website und berechnet die damit verbundenen Emissionen, und das System pflanzt die Bäume, die zum Ausgleich dieser Emissionen benötigt werden. Cool, oder?

Mein Büro ist klein, aber es existiert. Raum, Strom, Heizung. Aber: Immer möglichst wenig. Wenig Technik, ideal genutzt. Ich weiß natürlich, dass mein Surfen durch den LinkedIn-Feed nicht gerade das Klima verbessert, aber ich denke, hier kommt es immer auf eine bewusste Nutzung an.

Meine Kunden: Auch hier geht es um Nachhaltigkeit

Ressourcenschonend heißt für mich aber nicht nur, Material und Strom zu sparen. Es geht auch darum, die eigenen Ressourcen zu schützen und die der Kund*innen. Meine eigenen Energie-Reserven versuche ich nie leer werden zu lassen – in meiner Situation ist das auch ein Grund, warum ich immer noch in Teilzeit arbeite.

Außerdem nehme ich mittlerweile nur noch Aufträge an, die ich für sinnvoll und unterstützenswert halte. Kommen Kund*innen zu mir und wünschen sich Text, der völlig an ihren Zielen oder an meinen Werten vorbeigeht, dann lehne ich diese Anfragen ab. Kürzlich hatte Patrick Jobst auf LinkedIn geschrieben, ob man den Kunden jeden Wunsch erfüllen müsse, auch wenn die völligen Blödsinn verlangen. Ich sagte nein, das lehne ich ab. Und Patrick schrieb: „Die Frage ist wohl auch, Anna, wo die persönlichen Grenzen des Käuflichen sind. Es wird schwieriger, wenn ein Kunde mit großer Vorkassa wedelt und jeden Haftungsausschluss unterschreibt.“

Nein. Für mich ist das nicht so. Ich möchte gute Ergebnisse abliefern und ich möchte nicht für Dinge bezahlt werden, die nicht auf die Ziele des Auftraggebers einzahlen. Für solche Arbeiten ist mir meiner Zeit zu schade – egal wie gut sie vergütet ist. Das bedeutet auch, dass ich meine Kunden nicht anlüge. Und das verstehe ich unter nachhaltiger Arbeit – keine Arbeit um des Geldverdienens machen, sondern weil etwas dabei herauskommt.

Außerdem arbeite ich mit meinen Mentees so, dass sie nicht länger als nötig mit mir arbeiten „müssen“. Ich habe kein Interesse daran, sie von mir abhängig zu machen und immer wieder neu anzupieksen. Im Gegenteil: Ich möchte, dass sie unabhängig von mir ihren Stil und ihre Themen weiterentwickeln. Stolz und sicher, weil sie die Grundlage dafür mit mir gemeinsam geschaffen haben. Nur so kann ich im Einklang mit meinen Werten arbeiten – nachhaltig für beide Seiten also.

Die Community: Durch nachhaltige Verbindungen Ressourcen bündeln

Was ich als Einzelperson tun kann – privat und auch unternehmerisch – ist aber nur die eine Seite. Viel spannender und auch wichtiger ist mir, was wir gemeinsam schaffen können. Daher gehe ich voran; als Teil einer Community, die so viele wertvolle Ressourcen zusammenbringt. Das ist nicht nur divers, das ist offen für alle, die unsere Werte teilen. Diese Community hätte ich mir niemals so ausdenken können, wie sie gewachsen ist.

Und daher gibt es die #Blognacht, diesen Raum zum gemeinsamen Schreiben. Daher gibt es die #Netzwerkliebe, weil wir gemeinsam unser Zusammensein in den verschiedenen Netzwerken gestalten wollen. Und daher gibt es auch den Podcast #VerbindungSchaffen: Weil es Zeit war für dieses Thema und den Austausch darüber.

Es geht mir nicht um Kundengewinnung, sondern darum, Menschen zu treffen, erst einmal ganz absichtslos. Was dann entsteht, darf sein. Und klar weiß ich, dass meine Ideen von Community auch Personal Branding ist und eben anziehend wirkt auf genau die Menschen, mit denen ich gehen will. Mit denen ich arbeiten will. Und weil es AUCH FÜR MICH so attraktiv ist, nicht nur auf ökonomische Faktoren meiner Arbeit zu schauen, sondern auf das, was noch zusätzlich entsteht. Das Verbindende.

Für mich geht es um langfristige Verbindungen statt mehr mehr mehr. Es geht darum, Ressourcen zu bündeln und einander zu helfen. Dafür gehen viele Menschen in meinen Netzwerken los. Und ich auch.

Daher auch das Bild mit dem Garten! Wir schaffen gemeinsam Orte und Ideen. Und wir ernten gemeinsam. Und ich bin stolz darauf, dass ich zum Beispiel mit der Blognacht das Grundstück für einen solchen Garten zur Verfügung gestellt habe.

Danke, dass ihr alle dabei seid und verfolgt, wie sich der Garten entwickelt. Und danke, dass ihr mich immer wieder auf meinem Weg bestätigt – ich mache gern weiter!

Liebe Anna, wir waren zwischenzeitlich 17 (!) Teilnehmer. Es wird mehr, habe ich das Gefühl. Auch wirst Du bekannter. Dank Deiner steigenden Bekanntheit auf LinkedIn? Weil Du so bist wie Du bist? Weil Qualität sich herumspricht? (Zutreffendes bitte ankreuzen :D)

Es ist schön für mich das mitzuverfolgen.

Inge Schumacher nach der 22. Blognacht

Ich finde dein Angebot der Blognacht toll und noch viel toller finde ich, dass du das schon so lange regelmäßig und unentgeltlich machst. Vielen Dank dafür.

Annemarie Kramser nach der 23. Blognacht

Wo arbeitest du besonders nachhaltig? Wenn du Tipps und/oder Feedback hast, freu ich mich über einen Kommentar, gern direkt hier auf dem Blog. Dadurch wird er Teil des Diskurses und verschwindet nicht in den Untiefen von Social Media 😉

2 Kommentare
  1. Inge Schumacher sagte:

    Liebe Anna,
    herrlich, meinen ins Unreine geschriebenen Kommentar aus der EMail im September hier zu lesen. Der war ja witzig… hatte ich nicht mehr drauf.

    Den Nachhaltigkeitsblogartikel schreibe ich als nächstes.
    Nachdem ich am Donnerstag in einem Artikel über Klimawandel und keiner geht hin geschimpft habe. Das passt.

    Wie schön, dass es Dich gibt! Ein schönes Wochenende wünscht
    Inge

    Antworten

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