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Warum ich keinen Redaktionsplan habe (und so richtig produktiv geworden bin)

Du musst einen Redaktionsplan haben. Du musst genau wissen, was du wann veröffentlichst, damit du Planungssicherheit hast. Und Fokus. Und überhaupt kann man ja gar nicht bloggen, wenn man keinen Redaktionsplan hat. Dann verliert man den Überblick, dann kann man nicht den großen Plan und das große Ziel im Auge behalten. Dachte ich auch mal. Und habe verschiedenste Redaktionspläne ausprobiert. Heute nutze ich gar keinen mehr und schreibe produktiver als jemals zuvor. Warum, wieso, weshalb erzähle ich dir in diesem Artikel.

Planung ist super. Planung gibt Sicherheit. Und Planung macht auch Spaß. Davon kann ich ein Lied singen, denn ich habe so viele Planer getestet, mich immer wieder inspirieren lassen und vor allem hatte ich immer so viel Spaß beim Ausfüllen. Ich habe auch über die Vorzüge eines Redaktionsplans geschrieben, denn ich bin von davon überzeugt, dass einige Blogger einen brauchen.

Die Planerin in mir liebt Pläne. Und sie liebt es, sich darüber Gedanken zu machen, was wann besonders gut zu schreiben wäre. Eine Blogserie zum Thema Routinen kommt gut im Januar, wenn alle mit frischer Energie auf ihre Systeme schauen und neue Dinge ausprobieren (hallo Selbstoptimierung!). Dranbleiben kommt gut im Sommer, wenn alle lieber in der Sonne liegen als am Blog zu schreiben.

Redaktionspläne machen also total Sinn! Aber…

Redaktionsplan, wir müssen reden…

Mein Redaktionsplan hat mir immer wieder Schreibblockaden beschert. Denn das, was vermeintlich toll für meinen Blog wäre, für eine durchoptimierte Struktur, für Suchmaschinenoptimierung und Cornerstone-Content, war zu oft nicht das, was mich wirklich beschäftigte.

Das Wissen darüber, wie „man“ einen Blog aufbaut, lenkte mich immer wieder in Richtung Plan. Denn da standen sie doch, die Themen, die ich noch brauchte auf dem Blog. Die Lücken. Die Themen-Wünsche meiner Leser.

Ich wollte so gern den Artikel über Prokrastination schreiben, weil der schon so lange auf meiner Ideen-Liste stand und weil er so gut zu meiner #produktivBloggen-Reihe passen würde, aber ich hatte keinen Zugang zum Thema. Es war eigentlich etwas anderes dran.

In meinem Kopf waren gerade ganz andere Themen. Da übermannte mich plötzlich der Flow und dann verfolgte mich eine neue Idee zu Floskeln, die allzu gern auf Social Media genutzt werden und die den Feed so schrecklich langweilig machen. Und am nächsten Tag hakte sich das Thema „Anfangen“ bei mir unter und wollte geschrieben werden.

Stand aber nicht im Redaktionsplan. Also habe ich diese tollen Themen weggeschoben und versucht, das geplante Thema zu schreiben. Uff.

Redaktionsplanung für intuitive Schreiber: Die Nicht-Planung

Intuitive Schreiber oder spontane Schreiber planen ihre Texte nicht vor. Für sie ist es schwierig, ein Ziel zu sehen, das sie dann verfolgen. Der Text entsteht erst im Prozess selbst. Planer dagegen konzipieren ganze Artikel vor, bevor sie auch nur ein Wort schreiben. Wenn nun ein intuitiver Schreiber etwas schreiben soll, das gerade gar nicht in seinem Kopf ist, wird es schwer werden. Und du weißt ja: Bloggen sollte leicht sein!

Auch ein Planer wie ich kann Schwierigkeiten bekommen, wenn das Thema, das er schreiben soll, von anderen Themen überlagert wird. Dann gehen mehrere Planungen durcheinander und der Planer hat keinen festen und klaren Fahrplan, nach dem er schreiben kann. Hallo Blockade.

Viel besser ist es doch, über das zu schreiben, was gerade sowieso im Kopf ist. Diese Herangehensweise macht vieles leichter.

Der Clou: Die „Alles-ist-Content“-Brille

Die Idee ist folgende: Du bist ständig umgeben von deinem Thema. Es ist überall, beschäftigt dich beim Frühstück, bei der Arbeit, in der Freizeit. Ständig erlebst du kleine oder große Geschichten, bei denen du einen Querbezug zu deinem Thema herstellen kannst.

Ich zum Beispiel stolpere beim Spaziergang über ein Werbeplakat mit einem langweiligen, nichtssagenden Slogan auf einem Werbeplakat. Ich könnte das als Aufhänger nehmen, über Slogans zu schreiben. Genauso wird Dessous-Bloggerin Edith ständig daran erinnert, dass sie eine wichtige Mission hat: Frauen zum richtigen, also passenden BH zu führen. Im Alltag sieht sie ständig Frauen, die einen falschen BH tragen. Ich sage dir, die könnte Geschichten erzählen… (tut sie auch, auf ihrem Blog). Oder Frau Rührwerk, die entweder selbst Einkoch-Experimente in ihrer Küche macht oder aber mit Fragen darüber konfrontiert wird, zum Beispiel über Social Media. Jeder Fall, jede Geschichte ist eine neue Content-Idee.

Gehen wir mit dieser Content-Brille durch unseren Alltag, haben wir immer kleine und große Geschichten zu erzählen. Das Thema kommt dann ganz automatisch zu uns. Und wir haben immer nen coolen Aufhänger für einen Artikel oder Social-Media-Post. Mini- oder Mikro-Content ist dann schnell erstellt, denn eigentlich müssen wir nur aufschreiben, was wir erlebt haben und warum das wichtig ist (Stichwort Mehrwert beim Bloggen).

Produktiv schreiben ohne Redaktionsplan

Derzeit schreibe ich täglich auf LinkedIn und zusätzlich blogge ich. Und ich schreibe für meine Kunden, aber das ist ja was anderes. Ich stresse mich nicht damit, irgendwelche Themen abzuarbeiten, sondern lasse die Themen zu mir kommen. Klingt ein bisschen esoterisch, ist aber eigentlich nur logisch. Wie oben schon beschrieben: Grundsätzlich ist erstmal alles Content.

Diesen spontanen, aktuellen Content zu erstellen, geht sehr, sehr schnell. Denn ich muss nicht lang recherchieren dafür. Der Mehrwert ergibt sich daraus, warum das Thema gerade bei mir aufgeploppt ist. Und im Normalfall muss ich für einen hilfreichen Impuls auch nicht in die Tiefe gehen. Das kann ich dann später immer noch machen. Ergänzen, erweitern, verbessern, vertiefen. Aber für das tägliche Schreiben brauche ich es nicht.

Das habe ich gewonnen, seit ich keinen Redaktionsplan mehr habe:

  • Es macht mir Freude: Wenn ich schnell guten Content erstelle, der dann auch noch Menschen inspiriert und meine Community vergrößert.
  • Es ist leichter, dranzubleiben: Regelmäßig Content erstellen ist einfach, wenn der Druck dahinter nicht zu groß ist.
  • Ich schreibe persönlicher: Dadurch, dass ich dem Thema eine Geschichte voranstelle, entstehen persönlichere Texte. Dadurch erhält meine Blogger-Persönlichkeit mehr Profil und wird besser erinnert.
  • Ich komme aus meiner üblichen Themen-Blase heraus: Weil ich nicht darauf schaue, was meinem Blog noch fehlt, sondern was gerade da ist, was mich bewegt.
  • Durch die Routine werde ich schneller: Ich produziere sehr schnell in sich abgeschlossene Content-Häppchen, mit denen ich dann weiterarbeiten kann.
  • Ich bin mit der Community im Austausch und generiere dadurch wieder neue Themen: Alles ist Content – auch Kommentare und Rückfragen.

Planung ist gut für Planer. Alle, die gern planen, die eine Sicherheit in der Themenwahl und im Redaktionsalltag brauchen, sollten planen. Wenn es dir hilft, dich zu fokussieren und am Ball zu bleiben, die langfristigen Ziele für deinen Blog zu erreichen – super!

Aber wenn du merkst, dass dich ein Plan einschränkt oder frustriert, dann such lieber nach der „Alles-ist-Content“-Brille und schreib eine Ideen-Liste statt eines Redaktionsplanes.

Und du? Planst du noch oder schreibst du schon?

 
2 Kommentare
  1. Edith Leistner sagte:

    Liebe Anna,
    ich schreibe zuerst und dann plane ich, wo es am besten reinpasst. Klingt zwar ein bisschen wie von hinten nach vorne, aber so klappt es bei mir.

    Übrigens: Vielen lieben Dank und eine ganz dicke Umarmung. Du weißt schon. 😉

    Antworten
    • Anna Koschinski sagte:

      Liebe Edith,
      es klingt nach dir. Wenn du dein System gefunden hast und damit deine Ziele erreichst, dann ist das doch super. Niemand kann dir sagen, was für dich besonders gut funktioniert, das musst du selbst herausfinden. Und da habe ich bei dir gar keine Zweifel, dass deine Organisation für dich arbeitet. Du bist ja strukturierter unterwegs als die meisten anderen 😉

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